Winterfest 2012: Volles Haus zum Festkommers

Den Start ins 100. Jubeljahr feierte die KDStV Ripuaria Aachen mit einem gut besuchten Festkommers anlässlich ihres Patronats - und Winterfestes Ende Januar 2012. Mit großer Freude konnte der Festsenior Bbr. Martin Lakshmanan den amtierenden Vorort des Cartellverbandes unter der Leitung des Hohen Vorortspräsidenten Cbr. Ramon Mann (Fl.) und den CV-Sekretär Bbr. Richard Weiskorn (Ae, RAa, u.a.) sowie zahlreiche Gäste, Freunde und Cartell- und Bundesbrüder auf dem traditionsreichen Pfaffenturm begrüßen.

Ein besonderer Applaus brandete auf, als der Senior den Festredner Cbr. Prof.(em) Dr. Max Kerner (Mch) zum Vortrag „Der Islam und der Westen - Wege aus der Vergangenheit in die Zukunft” der Corona vorstellte. Cbr. Prof. Kerner, weit über die Grenzen Aachens als Historiker geachtet, stellte zu Beginn seiner Präsentation das Gemälde von der Schlacht zu Cordoba (A. Rethel, 1849) vor, das schon Karl den Großen als antimuslimischen Heros darstellt. Ein Zeichen dafür, daß der Islam stets im Blickpunkt eines Europas steht, das wie jetzt aktuell die Arabellion - den Wandel der arabischen Welt - als eine große Herausforderung für die arabisch-europäischen Beziehungen ansieht. Wird die Arabellion für den europäische Kontinent und die dortige arabische Parteienlandschaft, die vom Einfluss der Religion belastet ist, ein Jahrhundertprogramm? Wird ein demokratisches Neuland im Ringen der Religionsgemeinschaften zu einem nahöstlichen Desaster - beispielsweise in der Frage der Existenzberechtigung Israels und der Palistinenser, bei dem der Islam den Haß auf den Westen schürt? Fragen, die nach Antworten suchen! In mitreißender Begeisterung stellte Cbr. Prof. Kerner den Einfluss der Ereignisse vom 11. September 2001 und die Auswirkungen der Papstrede in Nürnberg, sowie den Karikaturenstreit 2005/2006 dar, mit denen Mohamedfanatiker die Welt erschütterten. Die westliche Welt hingegen versucht Missverständnisse durch gemeinsame Aktivitäten (Papst Johannes Paul II, Islamkonferenz, usw.) zu beseitigen und Gemeinsamkeiten zu erarbeiten.Schließlich hat Europa ja eine Symmetrie der Vernunft zur orientalischen Beeinflussung zum Beispiel in Baustilen, oder der ehemals muslimischen Siedlung Madrid und den vielfältigen Gewürzen gefunden, aber immer noch wird teilweise das Islambild des Mittelalters in einer Verhöhnung des Christentums gelegt.

Cbr. Prof. Kerner rief die Corona zur gemeinsamen Wahrheitssuche auf und Brücken wie den Religionsdialog, das Projekt Weltethos und die Einbeziehung des Islams in die Zukunft zu schlagen sowie Offenheit und Gebundenheit zu leben. Weder militärische Auseinandersetzungen noch bauliche Unterordnungen sind sinnvoll, sondern Öffnung im Sinne eines engagierten und offenen Europas. Doch dazu müssen noch viele erkennen, was uns eigentlich zu Europäern macht, so Kerner.

Philistersenior Dr. med. Wilhelms, der Vorortspräsident und der Ripuarensenior gingen in ihren Ansprachen auf die Rede ein und stellten dabei die Bedeutung des Verbindungslebens im Erleben der Prinzipien für Europa heraus. Das CV-Bundeslied und die Aachen-Hymne beendeten den eindrucksvollen Kommers, der sicherlich mit dem 100. Stiftungsfest zu Pfingsten 2012 einen weiteren Höhepunkt erwarten lässt.

Gregor Janßen,

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